Im Rahmen der Regionale 2025 in Südwestfalen wurde mit der „Essbaren LenneSchiene“ ein besonderes Projekt umgesetzt, das die Verbindung zwischen denjenigen Gemeinden entlang der Lenne stärken soll, die den LEADER Regionen „LenneSchiene“, „4 mitten im Sauerland“ und „SauerSiegerLand“ angehören. Teilnehmende Kommunen sind: Schmallenberg, Lennestadt, Finnentrop, Plettenberg, Altena und Iserlohn.
Die Idee war es, entlang des Fahrradweges „Lenneroute“ alte, seltene Apfel- und Birnenbaumsorten aus der Region zu pflanzen, um das Radfahren entlang der Lenne interessanter und lehrreicher zu gestalten und gleichzeitig einen Beitrag zum Erhalt der regionalen Biodiversität zu leisten.
Die Lenneroute wird zu einer durchgängigen, attraktiven Rad- & Fußwegeinfrastruktur ausgebaut werden, so dass sie auch im Alltag die Bahnlinie im Lennetal als funktionale und sichere Verbindung ergänzt. Die Lenneroute dient dabei auch als Freizeit- und Erholungsraum entlang des Flusses und stärkt das naturräumliche Potenzial der ehemals industriell geprägten Orte.
In enger Zusammenarbeit mit dem Naturschutzzentrum Märkischer Kreis e.V., welches eine besondere Expertise in Bezug auf Obstbäume in der Region mitbringt, wurden durch das Naturschutzzentrum teils sehr seltene Obstbaumsorten identifiziert und Edelreiser geschnitten, um den Genpool in der Region zu erhalten.
Insgesamt wurden 75 Obstbäume entlang der Lenneroute gepflanzt. Einige dieser Sorten kommen nachweislich nur im Lennetal vor. Doch nicht alle im Lennetal anzutreffenden seltenen und schmackhaften Obstsorten, die im Projekt „Essbare LenneSchiene“ angepflanzt wurden, sind auch in der Region entstanden, sondern wurden aus anderen Landesteilen oder dem Ausland nach Südwestfalen gebracht. Über Jahrzehnte haben sich diese robusten Sorten hier etabliert und trugen mit zur Ernährung der Menschen in der Region bei. Dies sind Beispiele für eine Obstvielfalt mit Geschichte und Geschichten, die erhaltenswert ist und über Neuanpflanzungen im LEADER-Förderprojekt „Essbare LenneSchiene“ der Bevölkerung nahegebracht werden soll.
Vor allem im Rahmen der Flurbereinigung in den 1950er- bis 70er-Jahre wurden zahllose Hecken- und Gehölzstrukturen zwischen Feldern und entlang von Feldwegen zerstört. Auch die breiten blütenreichen Ackerrandstreifen fielen diesen Maßnahmen häufig zum Opfer. Da hier für die Nahversorgung der Bevölkerung auch Obstgehölze standen, wurden diese auch mit vernichtet. Daher sind lokal besonders gut geeignete Obstsorten nur noch vereinzelt auf Gehöften und in Gärten zu finden.
Aus der Verquickung von Umweltschutz und Tourismus ergeben sich Vorteile für beide Teilaspekte der Maßnahme, nach dem bekannten Leitsatz „nur was man kennt, kann man auch schützen“. Um die Sorten dauerhaft im Lennetal zu erhalten, wurden gleich mehrere Bäume einer Sorte im Rahmen des Projektes gepflanzt.
Zur Erntezeit darf das Obst gerne gepflückt werden.
Wenn Interesse besteht, wo die einzelnen Sorten bezogen werden können, wenden Sie sich bitte an:
Stadt Iserlohn, Abteilung Umwelt- und Klimaschutz
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Tel.: 02371-217 2415